Elternarbeit und emotionale Begleitung von Kindern

 

„Ein Kind zu lieben bedeutet bedingungslos präsent zu sein. Bedingungslose Präsenz spendet Sicherheit und Geborgenheit. Sicherheit und Geborgenheit sind die zentralen Bedürfnisse eines Kindes, um gesund in dies Welt hinein zu wachsen. “ (von mir)

Was heißt bedingungslos präsent sein? Das allein ist ein Forschungsprojekt für das ganze Leben. Schnell fällt mir ein, was es nicht ist. Als Eltern haben wir eine Verantwortung, nämlich dem Kind zu antworten auf sein Sein. Wenn in der Antwort dem Kind gegenüber, unsere Emotionen mitschwingen, moralische Verurteilungen, Ab- und Aufwertungen, fühlt sich das Kind nicht sicher in unserer Gegenwart.

Dennoch gehören Emotionen zu unserem Leben. Wir haben gelernt unsere Emotionen zu unterdrücken und uns zu schämen und uns hinter einer lächelnden Maske zu verstecken. Kinder spüren unsere Wahrheit sehr genau und sind sehr direkt, uns diese zu spiegeln, z.B. wenn wir mit säuselnder Stimme sprechen, innerlich jedoch rotieren.

Wieder kein Rezept…..ein Weg, ein Lebensprozess, der im bewussten und liebevollen Dialog mit unserem inneren Selbst, unseren eigenen Emotionen und Reaktionen, der Situation im außen und einem gleichzeitigen offenen, neutralen Schauen und Fühlen zum Kind, begründet liegt.

Immer wieder passiert es mir, dass ich merke, dass ich ein Verhalten von einem Kind beurteile und eine Grenze daraus bastle, mich einmische in die Interaktion von mehreren Kindern, anstatt offenen Herzens wahrzunehmen, was geschieht und allen gleichermaßen im Vertrauen zuzuhören. Denn jedes Kind versucht einfach nur sein inneres Sich-Gut-Fühlen aufrecht zu erhalten. Im Bewusstsein dessen, sehe ich das Verhalten des Kindes in Beziehung zu seinem inneren Hintergrund. Sobald wir seine Integrität, sein unter allen Umständen richtig sein anerkennen, entspannt sich sein Nervensystem. Wenn es sich verstanden fühlt, fällt das sozial unangemessene Verhalten in sich zusammen. Das Kind lässt seine Maske fallen, es zeigt wie es ihm geht, es weint, es sucht Nähe, es spürt sein wirkliches Bedürfnis……. der Kontakt nach innen ist wieder hergestellt, was sich dann auch im Kontakt mit dem Außen spiegelt.

Ein Beispiel, heute war ich mit zwei Jungen und einem Mädchen im Park. Alle drei spielten mit einem Holzstöcken mit einem „Propeller“ dran. Tom hatte seinen Flieger verloren. Ich kam zu der Situation als Leo, Vera aufforderte, ihren Flieger doch Tom zu geben. Ich konnte nicht aushalten, dass Vera sich drängen ließ. Zu schnell antwortete ich auf diese Situation und so floss diese meine Bewertung Leo gegenüber in meine Worte: „Du, könntest ihm ja auch deinen Flieger schenken oder?“. Ich spürte sogleich, dass ich Leo damit nicht erkannte. Ich spürte seinen Schmerz – hielt inne und antwortete diesmal in Offenheit für alle Beteiligten: „es ist dir so wichtig, dass Tom auch einen Flieger hat, damit ihr beide zusammenspielen könnt….ja?“ Zu Vera gewandt: „du wolltest dafür deinen Flieger hergeben, aber eigentlich magst du ihn auch behalten?“ In diesem Moment entspannte sich die ganze Situation. Vera behielt ihren Flieger. Die Situation hatte sich entspannt, alle haben sich gesehen gefühlt, obwohl es keine Lösung gab. Als wir einpacken, um loszugehen, finde ich den Flieger auf der Wiese.

Das Kind braucht nicht, dass wir alles gut finden, was es tut, es braucht, dass wir bedingungslos zu ihm stehen, auch wenn die Antwort eine klare Grenze ist…..es braucht, dass es sich richtig fühlen kann, auch wenn sein Verhalten gerade unangebracht ist. Nur dann kann sich das Nervensystem des Kindes entspannen. Auf dieser Linie liegt aus meiner Sicht die Lösung für jedes Problem. Wir Erwachsene fühlen zu wenig, wenn wir das Kind mit unserer Antwort, mit unserer Grenze verletzen und  erkennen nicht, wie verwundbar und abhängig von Bestätigung und Bestärkung von außen ein Kind ist.

Investition für ein Gespräch: von 1,5 – 2 Stunden: 100-120 €. Ich komme auch gerne zu Ihnen nach Hause, damit beide Eltern gemeinsam dabei sein können.

 

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