Die Spiegelungen, die uns in Beziehungen (heraus- und über-)fordern:
In spirituellen Kreisen wird sehr viel von Spiegelung gesprochen. Man hört sehr häufig, „das ist doch nur ein Spiegel“. Was bedeutet das denn im ganz alltäglichen Alltag, indem ich so durch meine Tageszeit stiefle und allen möglichen Situationen und Menschen ausgesetzt bin?
Wir sind ein Netz der Verbundenheit
Wenn wir beginnen tiefer fühlend zu erkennen, dass wir alle verbunden sind und alle Menschen zusammengenommen ein Ganzes, ein Seelenwesen, eine Weltenseele bilden, dann wird aus der Theorie des Spiegels eine erlebte Erfahrung. Die Umwelt, mein Gegenüber also hilft mir dabei, durch jede einzelne Begegnung, mich in meiner Ganzheit tiefer zu erkennen. Erst geschieht das völlig unbewusst und nach und nach im Laufe unserer Lebenszeit mit immer etwas mehr Bewusstheit. Die Dinge geschehen, um mich zu lehren, in mir etwas zu öffnen, was mir in meinem Bewusstsein bis dahin verstellt geblieben war, mir anscheinend fehlt. Dort wo leuchtendes BewusstseinsLicht in mir verdunkelt ist, ein sog. Schatten liegt. So ziehen sich die Schatten an und spülen aus dieser Anziehung tief verborgene Konflikt nach oben, die über das Feuer der Reibung nach Erlösung rufen.
„Wenn alles verbunden ist, dann ist dein Leben ein Spiegel deines Bewusstseins“ Robbi Altwein
Konkrete Situation aus meinem Leben im Dorf
Ich bin auf einer Gemeindesitzung. Die Bürgermeisterin von Lübz erzählt von ihren Errungenschaften für die Stadt im vergangenen Jahr. Eine Frau aus meinem Dorf, die in der Nähe des Eingangs sitzt, erwidert meinen Gruß nicht. Sie schaut an mir vorbei. Meine spontane Reaktion ist Widerstand und Wut im Innen, sie soll mich grüßen, etwas in mir ist tief gekränkt, es tut weh. Ich wehre mich gegen mein inneres Fühlen, denn sie soll einfach anders sein, dann wäre ja auch alles gu. Im außen gehe ich weiter als wenn nichts gewesen wäre.
Beim genaueren Hinschauen, erscheint mir dieser Mechanismus sehr vertraut. Ich erinnere mich, als Kind, wie schwer es für mich war, wenn mich die Menschen im Dorf nicht grüßten, obwohl es die allgemeine Umgangsform war. „Grüß Gott“, ich grüße dich du göttliches Wesen.
Den Widerstand gegen das Jetzt aufgeben
Ich entscheide mich jetzt, mich damit auf Entdeckungsreise zu machen. Die Spiegelung anzunehmen bedeutet, meine Abwehr, mein Widerstand aufzugeben bzw. ihn erstmals als solches zu erkennen. Ich erlaube der Situation also, so zu sein, wie sie sich gerade abspielt und richte mich innerlich der Frau zu und spreche in Stille die Worte: „Auch wenn ich überhaupt nicht will, dass alles so ist, wie es gerade ist, erlaube ich jetzt, dass alles sein darf, wie es ist.“ Ich bin bereit alles, was zu diesem Moment gehört, an- und aufzunehmen, es in Wertschätzung und Respekt wahrzunehmen und zu empfangen.
Verantwortung für meinen Schmerz übernehmen
Sofort spüre ich die Folgen einer solchen Haltung. Der Schmerz der Ablehnung steigt in mir auf. Ich folge dem eingeschlagenen Weg weiter und heiße den Schmerz, den die Situation in mir berührt, indem diese Frau, mich nicht zurückgrüßt, willkommen. Indem ich ihn bewusst wahrnehme und ihm in mir Raum gebe, antworte ich auf ihn und gebe die Verantwortung für mein Wohl nicht an die Frau – an das außen ab. Ich lausche meinem Schmerz, nähere mich hingewendet und gönne diesem Schmerz, alles was er braucht. Ich spüre, wie er sich durch meine Bereitschaft und mein Wohlwollen öffnet. Ängste und Widerstände beginnen zu schmelzen. Es tut gut, obwohl es weh tut.
Indem ich Respekt, einfühlsame Berührung, Mitgefühl, Wertschätzung und Geborgenheit erlaube, zeigt er sich immer mehr. Indem ich mich von ihm berühren lasse, öffnet er sich der Berührung durch mich – bis in die tiefen Wurzeln des Schmerzes hinein. Das fühlt sich groß und heilig an und erfüllt mein Herz mit Freude, während der Schmerz in sich stiller, friedlicher und sanfter wird. Wie ein Kind, das sich in den Armen der Mutter von seinem gerade geweinten Schmerz erholt und ihn in die Welt strahlt…er klingt und schwingt in den ganzen Raum. Das ist wahrhafter Trost, wenn eine natürliche Energiewelle des Schmerzes zu Ende fließen kann. Im Flussbett geborgener und mitfühlender Mütterlichkeit breitet sich Frieden aus.
Alle Gefühle sind wertvoll und kostbar
Jedes Gefühl braucht, sich angenommen und wertgeschätzt zu werden und jedes Gefühl, auch sog. negative Gefühle haben nichts anderes verdient als diese Ehre. Dann erst kann das Gefühl entspannen und wird so fühl- und berührbar – also fließend. Wenn ein Gefühl, das diese positive Haltung wiederholt entzogen bekommt, friert ein und blockiert unser leuchtendes Energiefeld bzw. auch unseren physischen Körper. Wenn wir Gefühle wertschätzen, verlieren sie ihre drängende, beengende Überlebens-Dramatik.
Ein Gefühlskomplex, der mehrere abgewertete Gefühlsenergien aufgeschichtet und überlagert hat, trägt im Innersten eine Wunde. Gefühle versuchen die Wunde zu schützen und bilden den Widerstand gegen den Schmerz. Durch die Erlaubnis, dass jedes einzelne Gefühl da sein darf und wertvoll ist, lösen sich die Schichten und wir gelangen in der Tiefe, im Herz dieser blockierten Energie zur Wunde im Kern. Eine emotional-energetische Wunde braucht genauso versorgt zu werden, wie eine physische Wunde. Zärtlichkeit, eine Berührung voller Mitgefühl, ein Bestrahlen aus dem Licht des bewussten Herzens nährt und beruhigt die Wunde und es kommt zur Heilung. Eine emotionale Wunde kann sogar schneller heilen als eine physische Wunde. Indem die seelische Wunde in Geborgenheit gehüllt wird, bekommt die Wunde Wurzeln und Flügel. Energie fließt frei, die Erde empfängt, was im Prozess der jetzt sich vollziehenden Heilung abfällt. Im Prozess, dem wir fühlend beiwohnen, werden wir informiert. In Mitgefühl präsent in diesem Prozess zu bleiben, läßt die Blockade und den innewohnenden Schmerz sich auflösen. Auf dieser GefühlsReise des ReFlows schwimmt etwas zurück in unser Bewusstsein und wir erlangen über unsere Gefühle Botschaften aus dem Reich des Unbewussten zu unserem Guten – für unseren Seelenweg.
Mein direkte hautnahe Erfahrung
Zurück zu meiner persönlichen Situation. Mein Mitgefühl mit mir selbst erwacht und es öffnet sich mein Herz. So viel Liebe wird plötzlich freigesetzt. Diese Liebe fühlt sich tief an. Eine uralte Wunde kann und darf jetzt heilen. Wenn ich nach dieser innigen Zeit mit mir im Innen wieder nach außen schaue, respektiere ich in Offenheit das Verhalten der Frau und begegne ihm mit Achtung und Wertschätzung.
Erst wenn sich in mir, der kindliche Schmerz der Ablehnung beruhigt und sanft seinen Platz in meinem Herzen bekommt, kann ich mich der Situation im außen wirklich neu stellen. Nun kann ich sehen, dass da jemand ist, die nicht grüßen will oder kann. Ob sie mich ablehnt ist dabei nicht klar, sie beachtet mich nicht, sie ist einfach nicht an direktem Kontakt mit mir interessiert.
Mein Herz ist nun einverstanden und dennoch weint es, um ein Stück Menschlichkeit. Fühlt sich an wie eine kurze Störung im sozialen Miteinander.
Das bin ich nicht
Ich will mit diesem Spiegel noch tiefer gehen….Ich habe sie also nur deswegen in mein direktes Umfeld gezogen, weil es einen blinden Fleck in mir gibt, den ich nicht sehen und fühlen will, der aber nach Erlösung ruft. „Ich will ihn nicht fühlen, er gehört nicht zu mir, das lass ich bei ihr“, sagt mein Widerstand: „Das bin Nicht-Ich“.
Wenn wir uns alle in den Spiegelungen des Lebens wieder verbinden und wir miteinander wieder ganz werden können, wächst der Friede von innen heraus zwischen uns Menschen. Wenn wir verlorene unbewusste Anteile, die wir ins Schattenreich verbannt haben, wieder ins Bewusstsein ziehen, entsteht mehr Freude und Offenheit Konflikten gegenüber.
Wo schaue ich weg und ignoriere sie – oder mich?
Der Kontaktabbruch ist somit immer gleichzeitig und beidseitig? So frage ich mich weiter, wovon wende ich mich ab und schaue einfach weg. Wo schaue ich weg und bin mir dessen nicht bewusst, weiß nicht mal, dass ich wegschaue. Wo schaue ich in mir weg und verlasse mich zum tausendsten Mal selbst. Verstehe nun, dass das Leben, die große Urmutter sehr starke Mechanismen für uns auffahren muß, je tiefer wir in Unbewusstheit schlafen.
Unangenehme Situationen als Geschenke unserer Lebensmutter zu betrachten: vom Opfer zum Täter wechseln
Ich nehme nun die Situation und mein Erleben, das die große Mutter, Leben mir bringt, als Geschenk, eine unbewusste Tat in mir aufzudecken. Die Tat, die Stelle wo ich vom Opfer, nicht gegrüßt zu werden zum Täter wechsle. Ich brauche Zeit, mein Herz blutet und weint, ich schenke ihm Mitgefühl. Ich bin niemals Opfer, wo liegt dann meine Tat. Ich weiß nicht, schon demnächst kommen weitere Begegnungen, die mir mehr Klarheit schenken.
Versage mir die offenherzige, bedingungslose Zuwendung
Mein Opferschmerz spricht: „Ich bin ausgegrenzt und allein zurückgelassen; sie ist mit der ganzen Gemeinde verbunden und ich bin nicht würdig dazuzugehören“. Oh jetzt sehe ich mich als Kind in meiner Familie im Dorf und auch in den Gemeinschaften, in denen ich lebte. Grüßten manche dort dauerhaft lebende Mitglieder nicht, fühlte ich mich unwohl und abgetrennt. Dieses Gefühl von Zugehörigkeit scheint mir zu fehlen, daher in mir eine solch starke Sehnsucht nach gemeinschaftlicher Verbundenheit. Mit der Sehnsucht verwoben ist der Schmerz, die Kränkung und Verletztheit dieses Grundgefühls. Ah, das Leben will mich erinnern und berührt sie und ihn dafür immer wieder neu. Wie phantastisch.
Dieser Gruß ist für mich so etwas wie eine Legitimation der Zugehörigkeit. Ich mache meine Zugehörigkeit von dem Gruß anderer abhängig. Im Moment, wenn der andere sich im vorbeigehen abwendet, verlasse ich mich auch. Ich wende mich innerlich wieder von meiner Wunde ab und lass sie wieder und wieder im Stich. Wenn ich mich selbst in jedem Fall grüße, mich selbst nicht ignoriere oder mit innerer Abwendung bestrafe, kann Heilung geschehen. Das dahinter versteckte Glaubensmuster könnte sich dabei dann auflösen. Die innere Hinwendung kann die Wunde heilen. Denn damit sage ich ihr, „du bist in jedem Fall wertvoll und gehörst zu mir“.
Anteile, die ich nicht als zu mir gehörig ausgrenze
Ich frage mich weiter, was in mir will ich nicht haben und wollte ich schon lange schon in der Vergangenheit nicht im Reich meines Bewusstseins haben. Von Kindes Beinen an, schickt mir Gaia, die Erdenmutter diese Info, und ruft mich auf, alle Anteile, die sich in mir nicht zugehörig fühlen anzunehmen, zu mir gehörig anzunehmen, auch die Schwächsten und verdammtesten Anteile.
Welche Teile also lasse ich lieber im außen und ignoriere sie, grüße sie nicht, wenn sie sich mir innerlich zeigen. Ich will nur das haben und sehen, was mein Verstand als richtig ansieht und positiv bewertet. Die nicht zu mir gehörenden, also nicht auf mich hörenden Anteile sind schwach, ausgegrenzt, ausgeschlossen, schuldig, ohnmächtig, ungeliebt, wertlos und ablehnenswert. Alles Gefühle, die solange Macht über mich haben, wie ich sie ablehne, ausgrenze, ignoriere, als nicht zu mir gehörig ansehe. Solange ich glaube diese Gefühle seien zu 100 Prozent wahrhaftige Tatsachen, werde ich sie weiter ignorieren.
Der aus dem Bewusstsein verdammte Anteil in mir ist uralt und sehr tief. Er sehnt sich nach dem Licht des Bewusstseins, das ich ihm so lange verwehrt habe. Mich im Innen mit allem anzunehmen, mit all den Gefühlen, die in Erfahrungen berührt wurden, bedeutet für mich zu heilen. Niemand muß mich dann mehr ignorieren und wenn, dann wird es mir nicht auffallen. Ich bin wild entschlossen, das Leben ganz bewusst zu lesen und diese Spiegelungen des Nicht-Ichs zu nutzen, um sie in mein Ich zurückzuführen.
Weisheit aus der Astrologie
In der Weisheitsastrologie ist im Horoskop das Du, das scheinbare Nicht-Ich auf der gegenüberliegenden Seite des Aszendenten. Im Konflikt mit dem Du, werden wir ihr zufolge eingeladen, unsere persönlichen Entscheidungen und Glaubensstrukturen zu ändern. Welche Entscheidung soll ich nun in diesem Fall ändern?
Ignorieren, war eine Strategie in meiner Familie, um sich im Konflikt gegenseitig zu strafen. Heute ignoriere ich Freunde, Menschen nicht mehr, spreche Dinge direkt an und teile meine Wahrheit. Als junge Frau habe ich in meiner Partnerschaft erstmal das wiederholt, was ich erfahren habe. Den anderen mit Liebesentzug zu strafen, und dabei die Verantwortung nach außen zu geben. Das ist in unserer Kultur weiterverbreitet.
Einen Konflikt wirklich zu leben, ihn auf eine höherer Ebene zu heben, um dort keinen Kompromiss, sondern eine Einigkeit zu erzielen, die aus dem fruchtbaren Boden des Konfliktes erwächst ist ein Reifungsprozess. Unter der Decke des Bewusstseins einen Krieg auszutragen oder an dem Konflikt festzuhängen und krampfhaft ganz schnell eine Lösung erzwingen zu wollen, sind jeweils konfliktvermeidende Strategien.
Die Spannung im Konflikt gemeinsam zu halten und während das Feld der Spannung sich erhebt, es mit Licht, offenherzigem Bewusstsein und Liebe zu fluten ist ein bewusster Akt der Größe. Gerade der Konflikt, indem dunkle Schattenkräfte auf beiden Seiten aneinander reiben, braucht Wahrheit, also lichtvolle wertschätzende Nahrung. Das Neue, meist Unerwartete, daraus Reifende stellt sich ganz natürlich ein. Über den weiteren Entzug dieser Nahrung und Zuwendung und mit innere Abkehr füttern wir den Schatten weiter und halten ihn so aufrecht, bzw. er wird bei jeder Gelegenheit fester, dichter und verhärteter.
Wahrheit ist Liebe
Geliebt oder Ungeliebt, dahinter liegt das Land der Liebe, das keine Gegensätze kennt. Wahrheit ist Liebe. Wenn ich nach diesem inneren Prozess weiter in mich spüre, fühle ich die Liebe, die jetzt in die Situation von gestern fließt. Sie darf mich ignorieren, ich bin dankbar…..dieses innere unbearbeitete Feld legt sich jetzt frei in Bereitschaft tiefer zu heilen. Indem ich die Öffnung dieses inneren wunden Feldes annehme, desto mehr kann ich die äußere Situation mit Liebe sehen und umgekehrt. Jetzt wird deutlich, wie alles zusammenhängt. Ich muss mir überhaupt keine Gedanken machen, was bei ihr ist, es ist nicht wichtig. Es verdient in jedem Fall Liebe. Diese Liebe wirkt heilend und lösend, ohne dass ich irgendeine Änderung erzwingen müßte.
Ich will das erforschen, mich ganz tief auf diese Arbeit einlassen und mich immer mehr befreien aus der Abhängigkeit von äußerer Annahme und Geliebtwerdenwollens.
Sobald der Spiegel rein und klar,
entsteht nichts als Mitgefühl mit dem was ist, fürwahr.
So viele Runden mußte das Leben für mich drehen, immer wieder neu mich an derselben Stelle berühren über die Menschen, die mir Spiegel waren. So viele Schichten, die zum Überleben ich drüber packte, um nicht mehr zu fühlen. Das Leben ist beharrlich und geduldig, mich zu mir selbst zurück zu führen. Jede Wiederholung als Geschenk anzusehen und nicht aufzugeben, dranbleiben und das besetzte innere Seelenland mit jedem Mal etwas mehr freizugeben.
Der Schmerz drückt auf meine Brust, er zieht bis ins Becken hinunter, ich bin bei ihm. Indem ich bei ihm bin und ihn umarme, ihn annehme öffnet er sich mir tiefer. Er fließt in mein Gesicht, meine Augen, in mein Kopf und darüberhinaus in den Hinterkopf. Mein Hals beginnt zu vibrieren. Uralt ist dieser Schmerz und unglaublich tief.
In diesem Leben werde ich ihn ganz ans Licht holen, er darf wieder in der Wärme der lächelnden Sonne atmen. Ich werde nie aufgeben, diese Wahrheit voll und ganz ans Licht zu holen. Die Wahrheit, die sich aus der heilenden Wandlung ergibt. Im Gewebe meiner Brust weint es, es bewegt mein Gewebe sanft und ich halte es liebevoll. Ich erlaube, dass alles frei dort fließt.
„Ich gönne dir eine Liebe, die frei ist von festgefahrenen Erwartungen und Zwängen. Eine Liebe, die beständig hinter allen Masken des Schattens und der Angst, die Wahrheit erkennt und sich nicht mehr abschrecken läßt“, sage ich zu mir.
Die Neue Entscheidung ist, ich bin in Liebe geboren und werde in Liebe sterben. Ich bin Liebe und meine Macht ist die Liebe, niemand vermag mir diese Liebe in Wahrheit zu entziehen, außer ich mir selbst. Sich selbst die Liebe zu entziehen war im Kampf gegen den Schmerz und das emotional-existentielle Überleben leichter. Im Entzug erstarrt und erfriert die Liebe und so tut alles nicht so weh. Ich halte mich in diesem Moment und gönne meinem Spiegel alle Liebe die sie braucht, um sich selbst zu lieben.
Bereit mich bedingungslos für die Liebe aller zu öffnen, spüre ich wie tief dieser Ablehnungsschmerz reicht. Mich in ihm zu verstecken, läßt mich in der Comfortzone verweilen, mich zurückhalten in der Liebe für mich und die Menschen. Eine weitere Schicht gesellt sich dazu, die ihr Licht und gleichzeitig ihren Schmerz freigibt. Ich atme auf. Bin dankbar, ja natürlich deswegen tut es so weh. Ich war nicht willkommen als Baby. Zumindest habe mich in der Überforderung meiner Mutter so gefühlt. Jede/r der mich nicht grüßt und mich in der Begegnung nicht willkommen heißt, berührt diese Urwunde. Auch das darf jetzt sein.
„Du darfst mich hier berühren, ja du bist der Stachel vom Leben, der mir hilft, den Platz dieses abgetrennten Selbst wiederzufinden. Ich bleibe bei dir und reise mit dir in deine Tiefe. Ich erlaube dir mir so weh zu tun, wie es halt weh tut und getan hat. Alles was du brauchst darf dir zuteil sein. Deine Bedürfnisse sind so kostbar, denn sie sind Werkzeuge der Heilung“. Durch sie können wir spüren, dass alles ein Missverständnis war, dass Liebe da ist, nicht mangelt und dass du mein geliebter und ersehnter Teil bist: „Du gehörst zu mir, ich erkenne mich in dir“. Ich antworte dir jetzt aus meiner Ganzheit und erkenne dich als Teil meines Bewusstseins, als Teil des großen Ganzen.
Es geht noch tiefer, frühere Leben
Ich sehe mich allein und verhungert, armselig ausgestoßen, am Rand der Gesellschaft. Das steigt aus früheren Leben auf. Ich hole mich zurück in mein Seelenlicht, lasse mich baden im Licht der Liebe. Ich segne diesen Schmerz, diese Wunde. Sie darf fühlen wie sie fühlt und trotzdem heilen. Es ist jetzt Zeit, alte Überzeugungen zu ersetzen: „Auch du bist geliebt, gerade du bist geliebt und so wertvoll und kostbar, denn deine Heilung bringt mir meine Urliebe zurück. Ich erlaube dir, dass du kostbar glitzerst und strahlst, dein Schmerz leuchte schwarz und weit und befreie sich selbst im Fluss der Liebe. Lass dich von ihr halten, tragen und befreien. Ich erlaube den Sternen, dich zu segnen, dich zu durchleuchten mit ihrer mächtigen Kraft“. Es tropft und strömt und befreit mein Herz. Weit und offen pulst es im Strom der befreiten Liebe. Ich bin dankbar für diese Wandlung.
Und meine neue Entscheidung ist gereift:
„Ich bin nichts als Liebe, die frei von äußeren Umständen aus mir strahlt, ich erlaube dieser Strahlkraft ihre ganze Schönheit“.
